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Full Metal Cruise – Kreuzfahrt mal anders

Heute möchte ich Euch von einem ganz besonderen Abenteuer erzählen. Ich habe meine erste Kreuzfahrt gemacht… aber natürlich nicht IRGENDEINE! Nein, das wäre ja langweilig. Ich habe mich auf die

Full Metal Cruise

begeben!

Bildquelle:
www.full-metal-cruise.com

Full Metal Cruise? Was Ihr sicher ahnt, genau darum handelt es sich auch: Die Mein Schiff 2 wurde mit ordentlich Sound-Equipment beladen, bekam ein paar tausend Liter Bier extra in den Bauch und lud mehrere Metal-Rock-Bands inclusive 1900 Fans ein, zusammen eine laute, schwarze Reise anzutreten.
Es handelte sich um eine All-Inclusive-Fahrt, wobei Bier und Wein rund um die Uhr, „harte“ Getränke erst ab 18 Uhr inclusive waren. Somit hatte man mit wenig Nebenkosten zu rechnen.
Ich war sehr aufgeregt, nicht nur, dass es meine erste Kreuzfahrt überhaupt war, nein, auch gleich die Metal-Cruise! Was würde uns erwarten?

Die Fahrt startete am Sonntag in Mallorca. Somit begann unsere Reise mit einem „Billigflug“ von Hannover nach Palma. Mitten in der Nacht kamen wir an, alles zu, alles düster, es war kalt und es regnete. Nicht gerade der Start, den wir uns für unsere Tour vorgestellt hatten.
Mit dem Taxi fuhren wir zum Hafen-Terminal. Das ist recht modern, es gab Kaffee und nette Leute waren auch schon da. Auf´s Schiff durften wir allerdings erst ab 9 Uhr. War aber auch egal, wir saßen im Trockenen und hatten schon hier nette Unterhaltung.
Und weil wir so früh da waren, waren wir auch fast die Ersten, die auf die Mein Schiff 2 konnten. Das Witzige: die Passagiere der vorhergehenden Kreuzfahrt waren teilweise noch auf dem Schiff. Und so wurden wir „schwarzes“ Volk mit Argusaugen beobachtet… haha…
Die Restaurants hatten offen, das Bier war gekühlt, wir ließen uns also das Frühstück schmecken und brachten den Vormittag gemütlich rum, sahen uns das Schiff an und warteten auf die Kabinenvergabe.
 

 
Unsere Innenkabine der günstigsten Kategorie war dann aber erstaunlich geräumig und hübsch. Es gab sogar eine Kaffee-Kapsel-Maschine mit 2 Gratis-Kapseln täglich.
Das Bad war erstaunlich gut ausgestattet und die Dusche überraschend groß. So konnte man es aushalten.
 
 
 
 
 
Da aber noch genug Zeit bis zum abentlichen Auslaufen des Schiffes blieb, nutzten wir den kostenlosen TUI-Shuttle und fuhren nochmal nach Palma, um uns dort ein wenig umzuschauen.

Neben unserem Schiff, der Mein Schiff 2, lagen noch zwei weiteren Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Zum Einen die Crown Prinzess, ein italienisches Luxus-Schiff, das zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt zählt, obwohl es „nur“ knapp 3000 Passagiere beherbergt.
Das zweite Schiff war die Symphony of the Seas. Dieses royale Schiff wurde gerade erst fertig gestellt und war auf einer „Probefahrt“ ohne Passagiere unterwegs. Sie beherbergt ganze 6800 Passagiere, hat eine Kletterwand, eine Zipline-Rutsche, eine Bar, in der Roboter die Drinks mixen und Surfsimulatoren und Wasserrutschen. Nun gut, wer es mag… sie sah jedenfalls schon gigantisch aus, neben unserer Kleinen…
Zurück an Bord genossen wir noch ein wenig die Bordlokalitäten, bevor es mit den Klängen von Mambo Kurt und dem berühmten Full-Metal-Cruise-Auslaufsong auf die Reise ging.

 
 
 
 
 
 
 

Der erste Tag, Montag der 16.04.18,

war ein reiner Seetag. Somit konnten die Konzerte schon recht früh beginnen. Das Wetter war herrlich, Sonne, kaum Wind. So zog es uns zum Pooldeck. Dort war eine große Bühne aufgebaut, auf der ein Teil der Konzerte stattfand. Außerdem gab es noch das Theater und verschiedene Bars, in denen Veranstaltungen liefen.

Mein Highlight an diesem Tag: HÄMATOM!! Es war so genial!! (incl. seinem Bad im Pool, grins)
Das Pooldeck war auch unser bevorzugter Ort. Hier war man sehr nah an der Bühne, die Akustik war sehr gut und die Stimmung, durch Pool-Spring- und Spritzatacken sehr ausgelassen 😉
Der Pool selbst war, für meine Verhältnisse, „arschkalt“, ich bin nur mit den Füßen drin gewesen, als ich am Rand saß. Ansonsten, brrrr… nö…
Das Publikum war, wie ich gehofft hatte, sehr angenehm. Kein pöbeln, kein schubsen, kein k** in den Pool oder so. Es war eine wirklich coole Gemeinschaft, man konnte sich überall mit hin stellen und mit jedem quatschen, fand sofort Anschluß, wenn man wollte, hatte seine Ruhe, wenn man das wollte.

 
 
An diesem Abend gönnten wir uns ein chices 5-Gänge-Menü im Atlantik-Restaurant. Sehr lecker, sehr ausgefallen, sehr schaukelnd…. schaukelnd? Ja, der erste Tag auf See war der einzige, an dem ein klein wenig spürbarer Seegang herrschte. Erst fiel es kaum auf, aber lustig war es, die wankenden Passagiere zu beobachten, wenn man selbst sicher saß 😉
Es hatte bei den Konzerten dann den Anschein, als würde die Meute schunkeln und nicht Headbangen 🙂
Uns ging es jedenfalls prächtig und wir konnten bei dem sanften Schaukeln hervorragend schlafen.
Natürlich gab es auch Kultur auf dieser Reise. Es war ja schließlich eine fast normale Kreuzfahrt.

An Tag 3, Dienstag den 17.04.18,

legte das Schiff in Marseille an.
Wir nutzten den TUI-Schuttle und ließen uns ins Stadtzentrum fahren. Zuerst schauten wir uns die Cathedrale von Marseille an. Ein wunderschöner Bau.

Danach ließen wir uns treiben, liefen durch schmale Gassen, die vielfach mit bunten, wunderschönen Graffiti bemalt sind.

Unser Weg führte uns erst zum Triumphbogen von Marseille, danach bis hinunter zum kleinen Yachthafen, von dem man einen tollen Blick auf die „Notre Dame de la Guarde“ hat. Das Wetter war herrlich, wir ließen uns einfach treiben…. und nahmen dann am Nachmittag den Bus-Shuttle zurück zum Schiff.

(Leider liegen die großen Kreuzfahrtschiffe jetzt immer recht weit ab von den Städten, sodass man mit dem Bus jeweils mind. 20 Minuten zu fahren hatte.)
Wichtigstes Utensil auf dem Schiff: der Boardpass. Mit ihm ließ sich die Tür öffnen, in Shops bezahlen und wenn man das Schiff verlässt oder betritt, muß man ihn einscannen lassen. Die langen Flure, die alle gleich aussehen, machen dem Neuling die Orientierung nicht leicht. Drei Fahrstuhl-Schächte tun ihr übriges. Einmal in den „falschen“ Fahrstuhl gestiegen und in die „falsche“ Richtung gedreht… ups… wieso wurde denn die Bar plötzlich ans andere Ende des Schiffes verlegt?  😉

Da bei Hafenaufenthalten die Konzerte erst spät begannen (nach dem Auslaufen), verbrachten wir diese Tage eher ruhig, mit Chillen am Pool, Genuß der herrlichen Speisen in den vielen Restaurants, Beobachten der „schwarzen Meute“.
Und abends, Gus G., mein Highlight dieses Tages….

Tag 4, Mittwoch der 18.04.18

war dann wieder Seetag.
Der Clou: die Bands blieben ja ebenfalls auf dem Schiff und so passierte es denn auch häufig, dass man im Restaurant mal eben neben seinem Idol saß oder man mit Mundstuhl im Fahrstuhl fuhr. Ich zum Beispiel merkte erst auf Hinweis meines Sohnes, dass ich beim Frühstück neben Gus G. saß! DEN fand ich saucool!

 
Die Konzerte waren zwar immer recht gut besucht, wenn man es aber wollte, konnte man noch 10 Minuten vor Beginn einen Platz in vorderster Reihe ergattern. ca. 2000 Gäste sind halt doch nicht so viel wie die zigtausend bei anderen Festivals. Außerdem fanden meistens 2 Konzerte gleichzeitig statt. Da aber alle Bands mindestens 2 Mal spielten, hatte man immer die Möglichkeit, seinen Favoriten zu sehen.
Ist schon witzig, wenn Du am Pool sitzt und der Sänger von Saltatio Mortis neben Dir in den Pool springt.. grins..
 
Richtig toll war die Dekoration, die sich die Jungs aus dem Küchenbereich immer einfallen lassen haben….

Generell gab es echt leckere Sachen in den vielen Restaurants und Bistros. An einem Abend wurde sogar ein Bier-Dessert-Tisch aufgebaut, mit Bier-amisu und so…   🙂

 

Tag 5, Donnerstag den 19.04.18

legten wir in Valencia an. Hier führte uns unser erster Weg… natürlich.. zum Hard Rock Café. Nach einer ausgiebigen Shoppingrunde schauten wir uns den prächtigen Bahnhof und die Catedrale an.

Vorbei an der Stierkampfarena machten wir uns auf in die supermoderne Ecke Valencias.

Dafür gingen wir durch die wundervolle Parkanlage „Jardines del Turia“, die in einem alten Flußbett errichtet wurde. Die „Stadt der Künste und Wissenschaften“ besteht aus mehreren, hochmodernen und futuristischen Gebäuden, in denen sich Museen, eine Oper und vieles mehr befinden.

Da dies unser letzter Tag der Kreuzfahrt war und am nächsten Morgen schon viele Passagiere aufbrechen würden, war am Nachmittag dann die große Verabschiedung durch die Crew, das „Wave&Smile“. Erst bedankte sich der Käpt´n noch einmal bei den „Metalheads“ für den Spaß und die gute Laune, die alle verbreitet haben…

Danach kam die gesamte Crew auf die Bühne und wurde durch die schwarze Meute ordentlich abgefeiert! Alle hatten einen wirklich tollen Job gemacht und waren immer gut gelaunt!

Mit einem letzten Konzert im Theater und ein paar Abschieds-Cocktails gingen wir dann mit einem weinenden Auge die Koffer packen.

Tag 6, Freitag den 20.054.18

war unser letzter Tag. Das Schiff legte früh wieder in Palma an und die Kabinen mußten bis 9:30 Uhr geräumt werden. Dann kamen nämlich auch schon die nachfolgenden Passagiere… ausgerechnet die „World-Club-Cruise“ startete nach uns, sodass ab dem Frühstück statt Metal nur noch Techno-Gedöns aus den Lautsprechern dröhnte. Spätestens jetzt war allen klar, UNSERE Tour ist zu Ende…
Schön wars! Sehr gern irgendwann mal wieder!!!

Bildquelle:
www.full-metal-cruise.com

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